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Digitale Präzision für traditionelles Handwerk: Mein User Experience Projekt Arco

Inhaltsverzeichnis
Wie man die Lücke zwischen traditionellem Bogensport und modernem User Experience Design schließt.
Die Schnittmenge aus Design und Handwerk

Als Staatlich geprüfter Grafikdesigner suche ich in meinen Projekten immer nach der perfekten Schnittmenge aus Ästhetik, sauberer Funktionalität und echtem Nutzermehrwert. Doch manchmal findet man die besten gestalterischen Herausforderungen nicht am Schreibtisch, sondern draußen auf dem Parcours.

Ein digitales Werkzeug für eine analoge Leidenschaft

Wenn ich mit meinem Old Mountain Volcano Hybrid Carbon Bogen an der Schießlinie stehe oder in der Werkstatt eigene Pfeile baue, wird eines schnell klar. Der traditionelle Bogensport ist ein extrem detailverliebtes Handwerk. Spinewerte, Spitzengewichte, Schaftmaterialien und Federkombinationen entscheiden über den perfekten Flug. Bisher wird dieses Wissen von vielen Schützen meist unübersichtlich in analogen Notizbüchern festgehalten. Im Rahmen meiner Weiterbildung für das Google UX Design Zertifikat habe ich mir daher die Frage gestellt, wie eine zeitgemäße und digitale Lösung für dieses ganz analoge Problem aussehen könnte. Das Ergebnis ist Arco, ein Konzept für eine intuitive App und eine responsive Plattform für Desktoprechner.

Die visuelle Suche zwischen Tradition und Moderne

Bevor das finale Design stand, habe ich in der Konzeptphase zwei visuelle Extreme ausgelotet, um die Bandbreite unseres Sports gestalterisch zu erfassen. Der erste Entwurf war ein sehr traditioneller Ansatz und eine tiefe Verneigung vor der Nostalgie des Bogensports. Die visuelle Sprache bestand aus erdigen grünen und braunen Tönen, organischen Texturen wie Leder und Holzmaserung sowie Hintergründen im Stil von altem Pergament. Das Gefühl war rau, authentisch und sehr nah am klassischen Erlebnis in der Natur. Obwohl das Design emotional sehr ansprechend war, lief das User Interface Gefahr, durch zu viele künstliche Texturen an Übersichtlichkeit zu verlieren. Für ein werkzeugbasiertes System war dieser Ansatz etwas zu verspielt.

Der Kontrast durch kühle Technologie

Als radikalen Gegenentwurf entwickelte ich eine technologisch moderne Variante. Hier dominierten dunkle schiefergraue Töne, tiefes Schwarz und leuchtendes Cyan als Akzentfarbe. Texturen von Carbonfaser und eloxiertem Aluminium ersetzten das Holz. Diese Version wirkte hochmodern, analytisch und rein auf sportliche Leistung getrimmt. Dieser Ansatz war extrem aufgeräumt und funktional hochgradig effizient. Allerdings fühlte er sich zu kalt an. Die emotionale Verbindung zum ursprünglichen und handwerklichen Aspekt des traditionellen Bogensports ging fast komplett verloren.

Modern Heritage als goldener Mittelweg

Aus den Erkenntnissen dieser beiden Extreme entstand der goldene Mittelweg. Mir war bei der finalen visuellen Ausarbeitung besonders wichtig, dass sich die Plattform nicht nach einem sterilen Werkzeug anfühlt, aber auch nicht in rustikalen Klischees vom Mittelalter versinkt. Die Lösung liegt in einem sauberen Modern Heritage Konzept. Die Farbwelt nutzt ein klares und weiches Alabaster als Basis und schafft so Raum für die wesentlichen Informationen. Akzente in sattem Moosgrün und warmem Nussbaumbraun schlagen die visuelle Brücke zur Natur und zum traditionellen Holz.

Typografie und Interface im Einklang

Bei der Typografie kommt eine starke Schriftmischung zum Einsatz. Eine elegante Serifenschrift für große Überschriften und eine hochmoderne serifenlose Schrift für maximale Lesbarkeit der Daten spiegeln die Verschmelzung von Tradition und Technologie wider. Beim Interface habe ich auf künstliche Texturen wie Lederimitate komplett verzichtet. Die Elemente sind flach, nutzen subtile Schatten für räumliche Tiefe und bieten durch moderne Schieberegler und Auswahlmenüs eine effiziente Dateneingabe beim Pfeilbau.

Mehr als nur ein digitales Notizbuch

Arco ist mehr als nur ein digitales Notizbuch. Es ist ein Werkzeug, das Bogenschützen hilft, ihr Setup systematisch zu analysieren, Turniere zu erfassen und ihre persönliche Leistung gezielt zu optimieren. Der Weg von der ersten Nutzerforschung über die visuellen Iterationen bis zu diesen detaillierten Prototypen hat mir einmal mehr gezeigt, wie wichtig es ist, die echten Schmerzpunkte einer Zielgruppe im Detail zu verstehen. Gutes User Experience Design macht das Leben nicht nur digital einfacher, sondern hat direkte und positive Auswirkungen auf die analoge Praxis.

Teils mit KI erstellt